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Vergleich: RGBW LED Stripe Controller für FHEM

LED Controller fürs im Vergleich

Meine ersten Geräte im Smarthome waren Funksteckdosen und RGBW Controller. Ich hatte mich auf www.meintechblog.de informiert welche Alternativen es gibt, die auch mit FHEM funktionieren.

Gliederung

Meine Vorgaben

  • preislich günstig
  • RGBW fähig (ich wollte einen eigens anzusteuernden Weiß-Kanal)
  • über App bedienbar (später dann über FHEM)
  • kompromisslos auch über Homekit (Homebridge für FHEM) ansteuerbar
  • zuverlässige Kommunikation: das Licht soll auch angehen, wenn ich es anschalte (klingt trivial, war es aber leider nicht)

Ohne zuviel vorwegnehmen zu wollen: Ich bin letztendlich beim FLS-PP der Firma Dresden Elektronik gelandet (siehe weiter unten) und bin sehr zufrieden.

MiLight

Mi-Light RGBW LED Controller

Im Netz hatte ich damals schnell MiLight entdeckt und sofort einen ganzen Haufen aus China bestellt. Zusammen mit der Bridge und einer Handfernbedienung. Schnell in FHEM angelernt habe ich schnell eins gemerkt: Man kann die weißen LEDs nicht nach Belieben zu den Farbtönen mischen. Doch genau aus diesem Grund hatte ich mir damals überlegt, RGBW anstatt RGB zu nehmen – nämlich um schöne Pastell-Farbtöne zu erzeugen in dem man nach und nach mehr weiß dazu mischen kann. Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob die neuen MiLight Geräte nun Weiß selektiv dazumischen können, hier möchte ich also keine endgültige Aussage abgeben. Ich habe mich damals nicht weiter mit der Marke auseinander gesetzt, da die Geräte außerdem oft nicht ansprechbar waren und ich erst einen Neustart (Strom einmal kurz wegnehmen) durchführen musste. Eine Alternative musste her, am besten genau so preisgünstig.

Vorteile

  • preisgünstig
  • relativ leichte Einrichtung mit der App
  • leichte Einbindung in FHEM

Nachteile

  • Bridge nötig
  • Nicht alle Befehle wurden ausgeführt
  • kein Mischer für den Weiß-Kanal … entweder an oder aus

Hier ein ausführlicher Testbericht mit Anleitung zur Einrichtung in FHEM von MiLight: meintechblog.de

LD382 (aka LED-Ufo)

über den LD382 ließt man eigentlich viel gutes. Also wieder bestellt, diesmal bei Amazon (zum Glück, denn der erste war nach einem halben Jahr kaputt – und wurde kulanter Weise anstandslos getauscht). Ausgepackt, angeschlossen, über die App aus dem iOS-App Store konfiguriert und in FHEM eingebunden. Bis hierher lief alles Top, ich war begeistert. In FHEM lässt sich der Controller mit einem Colorwheel sehr leicht bedienen und mischt automatisch den Weiß-Kanal hinzu. Es wird also nur ein Gerät angelegt, welches gleichzeitig Weiß und die Farben steuert. Dieser Mischer funktioniert hervorragend.

LD382 LED Controller mit allen Anschlüssen

Wie man den LD382 am besten anschließt siehst du auf diesem Bild (Farbkanäle je nach LED Band manchmal vertauscht)

Das LED-Ufo besitzt einen kleinen W-Lan Chip und wird direkt mit dem Heim-W-Lan verbunden. Es wird empfohlen, die Verbindung nach „draußen“ in den Routereinstellungen zu unterbinden, sodass der kleine Controller nicht nach China / nach Hause funken kann. Und hier sehe ich bereits den ersten Schwachpunkt. Nicht etwa das „nach Hause telefonieren“ hat mich gestört, sondern die Verbindung über W-Lan. Das Gerät empfängt leider nicht jeden Schaltbefehl, so kann es vorkommen dass ich das Gerät drei oder vier mal einschalten musste, bevor die Lichter angingen. Für mich leider absolut inakzeptabel, auch wenn es sonst der perfekte LED Controller gewesen wäre. Die Geräte waren außerdem nie länger als 6 Monate funktionstüchtig – plötzlich wurde kein Schaltbefehl mehr umgesetzt. Ein Reset brachte keine Änderung.

Vorteile

  • günstig
  • leichte Einrichtung über App möglich
  • sehr guter Micher für Farbe und Weiß in einem Gerät
  • funktioniert einwandfrei und ohne weiter Konfiguration in FHEM und mit Homekit
  • braucht keine eigene Bridge, da direktes Anlernen ins eigene W-Lan

Nachteile

  • Verbindung zu FHEM über Wireless Lan
  • Aussetzer, Gerät reagiert teilweise auf keine Befehle
  • leider nicht sehr langlebig, musste 2 Geräte innerhalb von 6 Monate tauschen

Hier ein ausführlicher Testbericht mit Anleitung zur Einrichtung in FHEM vom LD382: meintechblog.de

Fibaro RGBW Controller (Z-Wave)

Nun habe ich mir gedacht: mal tiefer in die Tasche greifen. Und da ich sowieso ein Z-Wave Fan bin und schon mehrere Fibaro Geräte im Einsatz habe, von denen ich restlos begeistert bin, fiel die Wahl auf den Fibaro RGBW Controller.

Leider.

Fibaro RGBW LED Controller mit Sicht auf die Anschlüsse

Fibaro RGBW Controller

Wieviele Stunden ich in diesen Controller investiert habe, um eine ordentliche Anbindung an die Homebridge zu bekommen. Man ließt im offiziellem FHEM Forum, dass viele sich mit dem Controller befasst habe, aber alle nach und nach aufgegeben haben. Der Controller legt 4 Geräte an, für jede Farbe ein eigenes. Die Farben RGB kann man allerdings über einen Colorpicker über ein zentrales Gerät komfortabel ansteuern. Der Weiß-Kanal lässt sich nur individuell, als eigenes Gerät, verändern. Soweit nicht schlimm, genau das war meine Vorgabe. Sobald man den Controller in Homebridge aktiviert hat, geht aber erstmal nicht viel. Die Farben sind plötzlich vertauscht, manche Schaltbefehle kommen wieder nicht an, und das Dimmen der Farben geht auch nur, wenn man vorher eine Farbe ausgewählt hat. Für den Weiß-Kanal muss man ein eigenes Gerät für die Homebridge / Homekit anlegen. Auch hier habe ich Tage an Frustration verschwendet. Letztendlich habe ich es aber mit einem Userreading und HomebridgeMappings hinbekommen. Wie man den Controller in FHEM am besten einbinden kann habe ich in einem extra Artikel zum Fibaro RGBW Controller beschrieben:

Test: Fibaro RGBW Controller in FHEM

Da ich die Farben meiner LED-Bänder gerne verändere, dies aber jedes mal ein neues graues Haar auf meinem Kopf wachsen ließ, habe ich mir gedacht: Ok, dann setze ich den Fibaro RGBW eben hinter einer Funksteckdose als indirekte Küchenbeleuchtung ein, wo ich einmal fest eine Farbe einstelle und diese auch so bleiben kann. Und genau hier hat Fibaro auch einen Punkt in der Konfiguration vorgesehen, nämlich den Parameter 16. Dieser Parameter sagt dem kleinen Controller, dass nach einem Power Cut (Strom weg) die letzte Einstellung gespeichert bleibt und bei erneutem Power On wiederhergestellt wird. Leider funktioniert diese Einstellung aber nicht, und so bleibt der Controller aus. Nachzulesen im FHEM Forum (Link hier).

Vorteile

  • Z-Wave als sicherer Funkstandart
  • sehr kompakte Bauart

Neutral

  • Z-Wave USB Dongle (bei mir UZB1) erforderlich – hatte ich aber schon

Nachteile

  • komplizierte Einrichtung in FHEM
  • keine eigene App zur Steuerung außerhalb von FHEM
  • furchtbare Umsetzung des Mischers – kein Vernünftiger Einsatz mit Homekit oder Alexa möglich
  • merkt sich die zuletzt eingestellte Farbe / Helligkeit nicht – nicht mit Funksteckdosen oder geschaltenen Wandsteckdosen zu betreiben

Für mich wars das, der Controller wurde verkauft.

FLS-PP von Dresden Elektronik mit Philips HUE Bridge 2.0

Mein Leiden hatte ein Ende mit der Anschaffung des FLS-PP von Dresden Elektronik. Ich muss zugeben, ich habe mich lange geweigert so viel Geld für einen Controller auszugeben, noch dazu weil ich mir erst noch eine HUE Bridge 2.0 kaufen musste. Im Nachhinein bin ich allerdings froh, denn so habe Zeit und Nerven gespart. Auch war der WAF (Wife Acceptance Factor) so stark gesunken, dass eine funktionierende Lösung her musste.

Der FLS-PP ist ein RGBW Controller den man direkt mit einer Philips Hue-Bridge koppeln muss. Warum also nicht gleich die Lösung von Philips Hue? Zum einen kann am FLS-PP ein beliebiges RGBW-LED-Band angeschlossen werden, und zum anderen kann man selbst zwischen 12V und 24V wählen. Bei 5M Led Band kommt man so sehr viel günstiger hin.

Übrigens: Philips Hue setzt auf den Zigbee-Funkstandart, und so auch der FLS-PP

Einmal in der Hue-App angelernt war es einfach, den Controller in FHEM zu integrieren. Es werden zwei verschiedene Geräte angelegt, einmal für den Farbkanal (RGB) und einmal für den Weiß-Kanal. In der Hue-App kann man die beiden Geräte zusammenfassen, sodass man schnell beide Kanäle an- und ausschalten kann. Die Farbsteuerung erfolgt promt und bisher ging kein einziger Schaltvorgang verloren: sehr gut! Zudem ist der Controller, bzw die Hue Bridge direkt mit Alexa kompatibel. So kann ich seit dem neuesten Update auch per Sprache die Farbe meiner LED-Bänder ändern. Und Homekit / Homebridge funktioniert auch einfach super: Die eingestellte Farbe wird auch sofort übertragen, die Helligkeit lässt sich ohne Murksen regeln und auch Siri mag den Controller per Sprache schnell und einfach einstellen.

Vorteile

  • Ohne Konfigurationsaufwand mit FHEM, Alexa und Homebridge kompatibel
  • jeder Befehl kommt auch wirklich beim Gerät an
  • deutsche Firma und deutscher Support – antwortet innerhalb von Stunden
  • über Philips-Hue App bedienbar – somit sind schöne Szene auswählbar

Nachteile

  • Preis
  • Benötigt Hue Bridge
  • ganz leises Summgeräusch bei 50% Helligkeit – aber wirklich kaum hörbar

Link zum FLS-PP auf Amazon

Sehr preisgünstige Alternative: ESP RGBWW Wifi LED Controller aus dem FHEM Forum

Neben dem FLS-PP verwende ich noch einen LED-Controller aus dem FHEM Forum. Besser gesagt 3 Stück. Durch Zufall bin ich beim Schmökern im FHEM Forum auf diesen Thread aufmerksam geworden (Link zum FHEM Forumsbeitrag). Aus einem Bastelprojekt entstand nicht nur die Hardware, sondern auch die nötige Software für einen LED Controller, den jeder selbst zusammen Löten kann. Alternativ kann man den Controller auch fertig zusammen gelötet kaufen (siehe Sammelbestellung). Die selbst designte Platine nimmt 5 Mosfests, verschieden Widerstände, Elkos und einen ESP8266 auf.

Vorteile

  • Preisgünstigster Controller
  • eigenes Webinterface zur Steuerung ohne FHEM
  • eigenes FHEM-Modul
  • perfekte Homekit Anbindung
  • über Custom Skill auch perfekte Alexa-Anbindung
  • Merkt sich zuletzt einstellte Farbe bei Stromausfall / Funksteckdose
  • Weiche Farbübergänge und langsames Hochdimmen beim Einschalten

Neutral

Nachteile

  • Lötkenntnisse erforderlich (Update: Es gibt nun auch fertig gelötetete Controller zum Kaufen)
  • Multimeter empfehlenswert
  • Gehäuse (Strapubox) muss noch bearbeitet werden, damit die Kabel nach außen geführt werden können

Entweder man bestellt sich einen Bausatz und lötet selbst, oder man kauft sich einen fertig zusammen gelöteteten Controller. Dieser ist dann auch schon geflasht – einfacher gehts nicht. Im Forum wird allerdings auch bei den fertigen Controllern empfohlen die Spannung nochmal zu messen. Der ESP ist für Spannungen zwischen 3 und 3,6 Volt vorgesehen. Stelle daher sicher, dass am 3,3V Ausgang vom DC/DC auch wirklich in etwa 3,3 V anliegen.

Einbindung in FHEM ist denkbar einfach. Zuerst muss das Modul zur Steuerung von Github installiert werden. Einfach in FHEM eingeben:

dann

und zuletzt legst du den Controller noch in FHEM an

Digitale LED-Streifen mit FHEM

Was sind digitale LED-Streifen? Bei digitalen Streifen kann jede LED individuell angesteuert werden. Die eine blau, die nächste Grün. So lassen sich z.B. Regenbogeneffekte realisieren oder aber eine Lagerfeueroptik erzeugen.

Ich habe mich in letzter Zeit auch mit digitalen LED Streifen (wie z.B. dem WS21812b) beschäftigt und bin auf ein interessantes Modul für FHEM gestoßen (Link zum FHEM-Forumseintrag). Mithilfe eines NodeMCU, eines 5V Netzteils und einem digitalen LED Streifen kannst du so auch extrem günstig einen LED Controller basteln. Ich habe mir so einen Controller mal zusammen gelötet und bin sehr begeistert von der Funktion. Selbst in Homekit und mit Alexa einfach zu bedienen.

Vorteile

  • LED Controller kostengünstig
  • jede LED individuell ansteuerbar
  • schöne Farbeffekte
  • einfache Anbindung in FHEM und Homekit / Homebridge

Nachteile

  • digitale LED Bänder sind i.d.R. teuer
  • Eigenbaulösung
  • Lötkenntnisse erforderlich
  • die meisten digitalen LED Streifen laufen mit 5V – bei längeren LED Bändern muss der Strom mehrfach eingespeist werden
  • es gibt viele verschieden digitale LED-Streifen. Für jeden Streifen braucht man aber auch dazu passende Software, da jeder Streifen anders anzusteuern ist

Falls du an einem How-To interessiert bist, so lasse es mich am besten in den Kommentaren wissen.

Zusammenfassung

Milight LD382 Fibaro FLS-PP RGBWW Digital
Günstig + + + +
Eigene App + + + +
Bridge nötig + +
voll Homebridge kompatibel nicht getestet + + + +
Eigener Weiß-Kanal? + + +
Funkstandard 2,4GHZ + Wifi Wifi Z-Wave Zigbee (Philips Hue) Wifi Wifi

Ich habe diesen Beitrag geschrieben damit dir die lästige Suche nach einem LED-Controller fürs Smarthome leichter fällt. Ich möchte keinesfalls das ein oder andere Gerät schlecht reden. Was ich als Nachteil sehe, kann für manche Szenarien durchaus von Vorteil sein. Ich für meinen Teil bin mit dem FLS-PP und den WiFi RGBWW Controllern aus dem FHEM Forum mehr als zufrieden. Für den Balkon habe ich einen digitalen LED-Streifen mit einem NodeMCU in einer Strapubox im Einsatz.

Falls dir noch andere Alternativen einfallen, so würde ich mich freuen, davon in den Kommentaren zu lesen.

Über den Author

Emanuel

teilt seine Begeisterung im Bereich Technik, DIY und Hausautomatisierung gerne auf seinem Blog coldcorner.de

Comments 7

  1. Pingback: deCONZ: Hue-Bridge auf dem Raspberry Pi emulieren | coldcorner.de

  2. Hallo Emanuel,
    das ist einfach ein ganz toller Beitrag. Hat mir richtig gut gefallen und geholfen. Ich bin gerade dabei mich intensiver damit zu beschäftigen. Nun kann ich am Montag mal die Milight Dinger wieder weg schicken und hoffe mal das mein RGBWW Controller aus dem FHEM Forum bald bei mir ist. 😉
    Gruß Jens

    1. Post
      Author

      Hallo Jens,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich drücke die Daumen dass der Controller bald bei dir ist! Ich hatte meinen Milight Controller damals auch sehr schnell wieder verkauft 😀
      lg

    1. Post
      Author
  3. Hallo Emanuel, erstmal super Tuts die du schreibst, bitte weiter so! auch ich wäre sehr interessiert an dem tut der Digital LED in dem fhem.
    Schöne Grüsse aus Österreich,
    Stefan

    1. Post
      Author

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